Rebellisch gesund by detoxRebels

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Transkript

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00:00:00: Ich denke, dass wir ziemlich durchgetaktet sind und das wir sehr wenige Momente haben in denen wir freie Zeit haben im Sinne von ich darf jetzt was machen oder ich muss gerade gar nichts machen.

00:00:13: Die grauen Herren ist immer mehr schaffen unseren Alltag zu kommen!

00:00:17: Und insofern sitzen sie in unseren Smartphones.

00:00:20: Sie sitzen in unseren Terminkalendern, aber sie sitzen vor allen Dingen auch in unseren Vorstellungen.

00:00:25: Also Dinge die wir verinnerlicht haben.

00:00:27: Ich muss ein effizientes Leben haben sonst bin ich schlecht, sonst bin nicht genug oder vielleicht ein unproduktiver Mensch oder sonst bin kein Teil dieser Gesellschaft.

00:00:37: Es gibt Reichtümer an denen man zugrunde geht wenn man sie nicht mit anderen teilen kann und das gilt für die Zeit Das gilt für Aufmerksamkeit.

00:00:49: Genau!

00:00:50: Für mich ist die Zeit dann am schönsten.

00:00:57: Wir versuchen ständig Zeit zu sparen.

00:00:59: Wir planen, wir optimieren und wir versuchen möglichst viel in unseren Tag zu packen!

00:01:06: Aber wofür eigentlich?

00:01:07: Und wie kann es sein dass wir immer effizienter werden aber trotzdem ständig das Gefühl haben zu wenig Zeit zu

00:01:14: haben?!

00:01:15: Zu Gast ist Philosoph Jörg Bernhardi.

00:01:17: In seinem neuen Buch Zeit des Leben beschäftigt er sich mit Michael Enders Klassiker Momo und er zeigt, was wir aus dieser Geschichte lernen können über unseren heutigen Umgang mit Zeit.

00:01:30: Und damit herzlich willkommen bei Rebellisch Gesund!

00:01:33: Mein Name ist Jonas Höhn.

00:01:35: Wir sprechen über die Zeit, die bei unserer Gegenwart den gesellschaftlichen Druck immer produktiv sein zu müssen und darüber warum zuhören unverplante Zeit- und gemeinsame Erlebnisse einen Wert haben, der sich nicht in Produktivität messen lässt.

00:01:52: Wir gehen der Frage nach, was wir von Momos Blick auf die Welt lernen können und was sich verändern würde wenn wir Zeit nicht länger nur als etwas betrachten das wir sparen müssen.

00:02:03: Es ist eine Einladung die eigene Perspektive mal zu wechseln und unsere Vorstellung von Zeit in Frage zu stellen!

00:02:23: Vor zwei Wochen haben wir uns noch in Hamburg getroffen.

00:02:26: Jetzt sind wir hier in Dürren, was machen wir in Düren?

00:02:28: Was machst du hier?

00:02:29: Das

00:02:30: frage ich mich mein ganzes Leben weil ich jetzt tatsächlich zur Schule gegangen bin und... Aber

00:02:35: es ist nicht die Schule wo du zuständig bist?

00:02:37: Nein das

00:02:38: hier ist die Schule die gerade zweieinhalb Jahre feiert dass sie sozusagen das Elite Gymnasium hier in Düren.

00:02:43: Düren ist bekannt dafür... Du warst

00:02:44: damals nicht auf dem Elite

00:02:45: Gymnaseur?

00:02:47: Nein!

00:02:47: Ich war auf der alternativen Schule.

00:02:49: Wir waren bekannt dafür Alternativer.

00:02:54: Wir waren unglaublich europäisch, wir waren so eine Schule bei der man deutsch-französisch auch ein Zweigmachen besuchen konnte also Billingual aber eben deutsch französische.

00:03:04: das war damals relativ neu exklusiv und wir sind hier weil ich gestern oder heute jeweils zwei Demokratie-Workshops hatte.

00:03:13: Hab also gerade einen Marathon hinter mir, zumal wir gestern Abend hatten wir ja noch hier eine Exclusive Preview zu meinem neuen Buch Zeit ist Leben und ich hätte nicht gedacht dass so viele Menschen sich beteiligen.

00:03:25: Ja, sowieso irgendwo harmonisch aber gleichzeitig sehr heiß kontrovers diskutiert würde.

00:03:30: Und über dein neues Buch wollen wir ja auch heute sprechen.

00:03:32: Zeit ist Leben.

00:03:34: Momo spielt eine besondere Rolle.

00:03:35: es geht um das Thema Zeit.

00:03:37: womit verbringst du am meisten aktuell deine Zeit?

00:03:41: Am meisten aktuell bin ich tatsächlich beschäftigt mit Reden Zugfahren Aber vor allen Dingen sprechen, reden.

00:03:49: Ich hab die Ehre und das Vergnügen gerade ganz viele Interviews zu geben.

00:03:53: Ich sitze mit tollen Menschen wie dir in Podcasts.

00:03:56: ich darf Workshops geben da rede ich auch sehr viel aber grade ja setz dich viel im Zug.

00:04:01: Ich gehe viel spazieren dass immer das ist eine Konstante meinem Leben.

00:04:04: also egal was gerade sehr präsent ist in meinem Leben ich geh immer viel spazzieren.

00:04:08: Es gibt einen

00:04:09: guten Grund dafür?

00:04:10: Ja

00:04:11: genau

00:04:11: richtig der Gauner den kennst du auch schon.

00:04:15: Verbringst du denn am liebsten deiner Zeit?

00:04:18: Am Liebsten bin ich tatsächlich in der Natur.

00:04:20: Das kam mir jetzt ganz spontan raus und ich fürchte... Ich kann

00:04:23: es total nachführen!

00:04:25: Und dann gibt's aber natürlich viele andere Dinge, die gleichwertig schön sind wie Musik.

00:04:32: Gutes Gespräch mit Menschen.

00:04:35: Aber auch einfach ein schöner Fernseherabend also Netflix-Abend sowas auf der Couch mit Kamin an.

00:04:45: Also der fein auf jeden fall paar ideen ein.

00:04:49: Genau, aber das spannende wenn wir über Zeit doch sprechen ist ja dass die sich wirklich für viele Menschen verschieden anhört anfühlt.

00:04:56: manchmal vergeht die zeit wie im fliege das kennen wahrscheinlich die zuhörer.

00:04:59: und zur erinnern und manchmal zieht es sich wie so'n kaugummi.

00:05:02: mal sind Momente total intensiv und wir können Jahre danach noch uns an jedes Detail erinnern, wie wir uns da gefühlt haben.

00:05:10: Und manchmal waren das ganz lange Momente aber wir wissen gar nichts mehr aus diesem Zeitraum.

00:05:14: also das heißt Zeit ist manchmal so sehr verschieden.

00:05:17: woran liegt es dass Zeit sowas so verschieden ist?

00:05:21: obwohl es ja wenn wir uns die Uhren anschauen die Handys schon jetzt was Total Messbareses was total Konkretes und trotzdem fühlt es sich so unterschiedlich an.

00:05:30: Warum?

00:05:31: Hast du eine Erklärung?

00:05:32: Ja, du hast gerade einen wunderschönen Freudischen Versprecher hingelegt.

00:05:36: Nämlich... Du hast statt an fühlen hast du erst anhören gesagt warum hört sich Zeit so unterschiedlich an?

00:05:43: und das ist tatsächlich da kommen wir heute noch zu dass es tatsächlich ein ganz wichtige Dimension die wie ein bisschen übersehen wenn wir über zeit nachdenken oder uns mit zeit beschäftigen.

00:05:53: aber erstmal kommen jetzt zum anfühlen.

00:05:54: warum fühlt sie sich so unterschiedliche an?

00:05:56: für mich fühlt sich Zeit dann am besten und am schönsten an wenn sie gar nicht mehr zu spüren ist.

00:06:03: Also, wenn ich die Zeit vergesse... Ja?

00:06:06: Wir sitzen hier in einem schönen Raum und haben vergessen dass wirklicherweise auch einer reinkommen kann.

00:06:12: Das wird das einzige Mal sein glaube ich.

00:06:14: Genau für mich ist die Zeit dann am schönsten, wenn Ich die Zeit und mich selbst vergesso.

00:06:19: Und das ist ja klassischerweise, jetzt wisst ihr alle was kommt.

00:06:22: Das Flow-Erlebnis?

00:06:24: Aber es sind eben auch Momente in denen gerade das was du am Ende angesprochen hast die Zeit diese tickende Uhr überhaupt keine Rolle mehr spielt weil das ist tatsächlich nur eine kleine Dimension von Zeit.

00:06:37: Das ist die Uhrzeit!

00:06:38: Das is' die mechanische Zeit und wenn wir uns die Geschichte der Menschheit anschauen gibt's sie noch nicht so lange.

00:06:44: Die meiste Zeit in der Menschheitsgeschichte hatten wir, wenn überhaupt Tag und Nacht als quasi Uhr.

00:06:52: Wir hatten die Jahreszeiten als Rhythmus.

00:06:54: Wir haben die, sag ich mal biologische Zeit.

00:06:59: Wir merken ja schon immer dass wir auch mal älter werden das nicht alles so bleibt.

00:07:03: Alles verändert sich!

00:07:04: Wir haben eine physikalische Zeit und wir haben eine psychologischezeit.

00:07:09: Und das was du jetzt gerade angesprochen hast wie fühlt sich zeit an?

00:07:13: Warum fühlt sie sich manchmal wie ein Kaugummi an zäh und ganz langsam, warum fühlt sich manchmal anders würde sie verfliegen.

00:07:22: Und dann manchmal gibt es gar kein Zeitgefühl.

00:07:25: wird's vielleicht aufgehoben?

00:07:26: dieses Zeitgefühle?

00:07:27: das alles ist sehr psychologisch und Es hat auch mit der Biologie zu tun weil darüber haben wir auch schon kurz gesprochen meinem vorgespräch dass im alter je älter wir werden desto schneller vergeht die zeit.

00:07:39: gefühlt ist das aber nur weil die zeit In dem Sinne vor allen Dingen die mechanische Zeit, Uhrzeit.

00:07:45: Die verändert sich ja nicht.

00:07:46: Es sind immer noch vierundzwanzig Stunden am Tag.

00:07:48: Man schlägt vielleicht ein bisschen weniger oder ein bisschen mehr je nachdem.

00:07:50: aber wir haben im Laufe des Alters das Gefühl die Zeit vergeht schneller.

00:07:56: Das hat psychologische Gründe.

00:07:58: einmal nämlich die Dinge wiederholen sich dann doch ein bisschen.

00:08:01: Wenn man achtzig Jahre auf der Erde ist und am Leben ist, ist natürlich alles nicht mehr ganz so neu.

00:08:07: viele Dinge wiederholt sich.

00:08:08: Und vor allen Dingen wenn man noch Kinder hat oder Enkel, dann wiederholt sicher auch Alles was man selbst schon mal erlebt hat in gewisser Weise.

00:08:15: Man kann das nochmal beobachten.

00:08:16: Man hat Distanz dazu und es hat biologische Gründe.

00:08:20: tatsächlich verändert sich ja auch unser Stoffwechsel bzw.

00:08:22: auch unser Gehirn unserer Gedächtnis.

00:08:24: Alles verändert sich und unser Zeitgefühl wird so, dass wir glauben alles vergeht schneller.

00:08:29: Also es ist interessant da kommt das biologische-psychologische zusammen aber dass wir auch jetzt schon das Zeitempfinden so haben, dass es sehr subjektiv ist.

00:08:37: Das ist doch sehr sehr spannend und hat schon damit zu tun was Zeit eigentlich ist.

00:08:42: Du hast eben gesagt, dass Zeit ja was Subjektives ist, was sie vielleicht nicht haben.

00:08:47: oft sagen wir jetzt Wir haben Zeit oder wir haben keine Zeit.

00:08:50: Als ich mich so vorbereitet habe, dachte ich so Zeit ist eher was wir vielleicht auch fühlen.

00:08:54: Was wir erleben.

00:08:55: und ich glaube du hast ihn auch zitiert den französischen Philosoph Henry Bergson der geschrieben hat oder gesagt hat.

00:09:01: Zeit ist keine messbare Sache und nix dass man objektiv festlegen könnte.

00:09:06: viel mehr hängt die Länge jeder Zeitspanne von der erlebten Qualität ab.

00:09:11: Es ist nicht genau das zu sehen was zutiefst subjektives ist diese Qualität wie wir eben Zeit erleben, das heißt wir haben nicht Zeit sondern es kommt darauf an wie wir es fühlen.

00:09:20: Wie wir es erleben?

00:09:21: Ja also wir haben auf der einen Seite diese Vorstellung der objektiven zeit.

00:09:25: ich fange mit der mal an gerade in der physik.

00:09:28: da gibt es oft die vorstellung Zeit ist wie so ein flusszeit fliesst eigentlich die ganze zeit und dann stellt man sich die zeit auch sehr linear vor.

00:09:36: und wieso ein ständiger fließender strom am besten von einer richtung noch in die andere.

00:09:43: das sind sehr plakativ als würde die Zeit einfach beständig fließen, fliesen, fließen wie so ein Fluss eigentlich und das ist eine ziemlich unrealistische Vorstellung von Zeit.

00:09:53: Das gibt es doch nicht!

00:09:54: Es gibt keinen Fluss wie die Zeit der immer strömt.

00:09:58: Wir, also auch Physiker sagen dann häufig das eine Illusion.

00:10:01: Das ist eigentlich ne Form von Veränderung.

00:10:03: wir können nur Veränderungen sehen.

00:10:05: unser Körper verändert sich der Ton verandert sich.

00:10:07: gerade da sind gerade Kirchen Glocken die Leuten oder ein Gespräch verändert sich Eine Stimme verändert sich Oder was auch immer.

00:10:14: es gibt Jahreszeiten Winter Sommer und so weiter.

00:10:18: Es verändert sich ganz viel.

00:10:19: aber zu sagen dass da die Zeit fließt Ist eigentlich nur so eine schöne Metapher.

00:10:23: Ja das wirklich Aufregende an Zeit ist ja das Zeitempfinden.

00:10:28: Da kommt unser Bewusstsein mit rein, da kommt das ganze subjektive fühlen-wahrnehmen Empfinden mit rein und da merkt man eben... Und da hat Henri Bergson total recht!

00:10:39: Da grenzt er sich ab von der Uhrzeit weil da ist die Uhrzeit, die spielt überhaupt keine Rolle bei dieser Art von Zeit empfinden.

00:10:46: Die Uhrzeit ist wirklich nur ein Messinstrument, wenn man so will.

00:10:49: Ein Werkzeug mit dem wir die Zeit einteilen können.

00:10:52: und dann haben wir eine mechanisierte Zeiteinheit.

00:10:55: aber das Empfinden von Zeit hat eher etwas mit Dauer zu tun und wir sagen ja immer einen Augenblick bitte oder Ja ich komme gleich und das sind völlig unbestimmte Zeiträume.

00:11:06: Und so ist es auch mit einem Augenblick.

00:11:08: Psychologen sagen so rein objektiv ist der ungefähr drei Sekunden.

00:11:12: Das finde ich mal sehr amüsant weil wie will man das denn messen?

00:11:17: In Wirklichkeit, wenn wir auch in Rige Bergson folgen kann ein Augenblick auch drei Minuten sein oder vielleicht sogar vier Minuten.

00:11:24: Es gibt ja eine schöne Studie Wenn man einem Menschen vier Minuten in die Augen oder ins Gesicht schaut baut man Automatisch Empathie auf entwickelt man Empathies.

00:11:33: das geht auch sogar mit dem Foto.

00:11:35: Ja also wir haben das jetzt schon längst getan.

00:11:37: Das ist schon empathisch verbunden diesem Raum und Man weiß ja auch dass sich unsere Körper schon längs aneinander angepasst und angeglichen haben.

00:11:44: Herzschlag Puls Also unsere Körper sind auch schon längst verbunden, gerade auch wenn man mit mehreren Menschen im Raum ist.

00:11:51: Deswegen kann man sich auch manchmal unwohl fühlen oder wohlfühlen und all das führt dazu.

00:11:57: deswegen hat Henri Baxon von Anna Dauer gesprochen.

00:12:00: ein Moment kann eine Sekunde sein, kann aber auch fünf Minuten sein und es ist eine Frage von Qualität Es ist eine ganz besteuerte.

00:12:07: man kann auch Intensität sagen sofern was einen Augenblick ausmacht dass eigentlich die Qualität des Erlebens Und die Intensität.

00:12:14: Deswegen kann es auch sehr, sehr unterschiedlich lang sein.

00:12:17: Bei

00:12:17: der Qualität kommt aber noch hinzu und das ist ja das Spannende weil wir ja auch den Podcast hier gerade zusammen aufnehmen... Ist nicht nur reicht, wenn ich Zeit habe.

00:12:26: Sondern auch du musst Zeit haben und im Bestfall zur gleichen Zeit.

00:12:29: also da kommen ja auch ganz viele Faktoren klar.

00:12:31: wir können alleine Zeit super toll genießen.

00:12:34: aber wenn sich die Zuhörerinnen glaube ich sie auch mal selbst fragen Die beste Zeit haben wir auch meistens mit anderen Menschen hier zusammen.

00:12:41: Aber das funktioniert ja nur wenn wird zur gleichen zeit auch Zeit haben, weil sonst leben wir aneinander vorbei.

00:12:47: Wenn ich immer nur Vormittagszeit habe und du Nachmittagst werden wir wahrscheinlich keine gute qualitative Zeit zusammen verbringen können.

00:12:53: also da kommt ja noch sogar eine zusätzliche Element ein zusätzlicher Faktor rein dass Zeit erst dann wertvoll werden kann wenn wir es auch noch teilen können.

00:13:01: Ja genau und da kommen wir eigentlich zur geteilten Zeit Und das ist ja denn auch die geteilte Lebenszeit und ganz groß gesprochen kann man sein Leben sogar teilen.

00:13:11: Das ist ja dann eigentlich ne sehr schöne Formulierung für die Liebe.

00:13:14: Ja, einen Mensch mit dem man sein Leben teilt.

00:13:16: Das ist ja eigentlich der Mensch den man auch lebt ein Lieblingsmensch vielleicht manche machen das auch in mehreren und kann auch mit Freunden sein Leben teiln Und das ist eigentlich auch ähnlich finde ich ein gutes Stichwort.

00:13:26: Ich habe heute viel mit den Jugendlichen hier auch über Freundschaft diskutiert.

00:13:29: Freundschaften Politik Demokratie wie hängt das zusammen?

00:13:32: Und zum Beispiel die Charakter Freundschaft Ist ja auch ein Beispiel dafür.

00:13:35: Die muss immer wechselt und gegenseitig sein und so ist es jetzt auch gerade bei geteilter Zeit.

00:13:41: wenn einer mit der Aufmerksamkeit nicht da ist Dann kann man eigentlich die Zeit auch nicht teilen.

00:13:46: Also da gehören auch Aufmerksamkeit und Zeit wirklich ganz, ganz eng zusammen.

00:13:50: Kann man gar nicht trennen.

00:13:51: Spannepunkt

00:13:51: mit der Aufmerksamkeit war stillen.

00:13:52: wir können jetzt kommt sogar noch ein zusätzlichement dazu Wir können zusammen in diesem Raum hier sein.

00:13:57: Wir teilen gerade die zeit aber wenn du jetzt die ganze Zeit an einem Handy wehrst und ich möchte selber mit dir sprechen haben wir keine gute Zeit zusammen.

00:14:04: Warte mal, ich muss mal...

00:14:06: Also deswegen ist es auch ein spannender Faktor das eben Aufmerksamkeit da eine große Rolle

00:14:11: spielt und dann kann man auch nichts aufbauen.

00:14:13: Ein wirkliches Gespräch entsteht ja erst dadurch dass man auch über Minuten bei dir manchmal auch über ne Stunde oder noch länger Dass man etwas sich entwickeln lässt, dass man etwas entstehen lässt Und das geht eben nur mit Zeit sich zeit nehmen Zeit zur Verfügung stellen einen Raum zu verfügen stellen und dann aber auch diese Aufmerksamkeit.

00:14:33: Was ich jetzt spannend finde, Michael Ende, der ja das Buch Momo geschrieben hat.

00:14:37: Übrigens für die Zuhörer und Zuhärinnen, die es noch nicht wusste, in drei Jahren war das erst malig veröffentlicht – jetzt auf Netflix ganz neu verfilmt.

00:14:45: Er hat geschrieben «für das richtige Leben muss man Zeit haben, man muss frei sein».

00:14:51: Was würdest du sagen?

00:14:52: Wie sehr ist unsere Zeit überhaupt noch frei und auch

00:14:56: selbstbestimmt?!

00:14:57: Wie würdest du als Philosoph antworten, ist die Zeit noch frei und selbstbestimmt?

00:15:01: Ja da kommen wir jetzt natürlich zum ganz großen Thema.

00:15:05: Weil die Zeit kann dir überhaupt frei und Selbstbestimmte sein.

00:15:09: Die große Frage ist ja Gips.

00:15:11: Die Zeit überhaupt haben wir eben schon gehört.

00:15:12: Physiker bezweifeln das.

00:15:14: Albert Einstein hat übrigens auch gesagt dass es eigentlich nur den gegenwärtigen Augenblick gibt und dass Vergangenheit gegenüber dem Zukunft alle gleichzeitig existieren.

00:15:24: also Verrückte Dinge, die man da denken kann.

00:15:28: und diesen Satz den du mich gerade zitiert hast aus Momo.

00:15:31: Der ist nämlich zweischneidig.

00:15:33: das ist nämlich Fusi der das sagt der Friseur Und Fusi isst Das erste Opfer der grauen Herren.

00:15:41: also dass erste opfer bei dem man wirklich ganz Ausführlich erlebt was die grauen herren mit einem machen das sind ja Die von der zeitspar kasse die einen überreden wollen und überzeugen wollen dass man Zeitsparen soll.

00:15:52: Man soll effizienter leben besser leben.

00:15:54: Sie versuchen

00:15:57: also Lebenzeit zu stehlen für die, die das Buch oder den Film nicht kennen.

00:16:02: Genau indem sie eben Menschen dazu bringen ihre Lebenszeit zu sparen und auf ein Konto zu tun.

00:16:08: einzuzahlen wird eigentlich wie Geld behandelt Und je mehr sie da einzahlen, desto mehr sparen Sie.

00:16:13: Gleichzeitig ist diese gesparte Zeit genau das, wovon die grauen Herren existieren.

00:16:17: Die verarbeiten das im neuen Film zu so Inhalationsgeräten also die sie füllen dann mit den Stundenblumen.

00:16:25: Das ist quasi die angesparte zeit und die weibten die dann weg und wenn sie nicht mehr weiben lösen sich hier nichts auf.

00:16:32: Also sie brauchen das umzuexistieren.

00:16:34: und dieser Satz Für das wahre Leben oder für das richtige Leben muss ich frei sein, ja?

00:16:39: Das ist eigentlich die Quintessenz.

00:16:41: Ich brauche Zeit und dafür muss ich freisein.

00:16:44: Allein dieser Druck der schon dahinter steht, ich muss frei sein!

00:16:47: Das wird schon kaum gelingen wenn ich diesen Imperativ in mir habe, ich muß frei sein da stehe ich eigentlich schon so sag' ich mal unter einem Druck und unter einem Notwendigkeitsgefühl...das widerspricht eigentlich schon der Freiheit.

00:16:59: Ich kann eigentlich nur frei sein, wenn ich nicht das Gefühl habe.

00:17:01: Ich muss jetzt so.

00:17:02: Das ist schon der erste Widerspruch.

00:17:04: und die Frage ist ja wann hatten wir mal diesen Moment wo wir nicht daran gedacht haben?

00:17:08: Ich muss es jetzt also können Sie auch mal die Zuhörerinnen selbst fragen.

00:17:12: Wann waren wir mal an einem Wochenende unter der Woche?

00:17:14: Wann hat mir mal das Gefühl?

00:17:15: Ich Muss jetzt nicht etwas für mein Kind machen, für die Arbeit machen den Haushalt machen.

00:17:19: Ich muß einkaufen gehen sondern dieses.

00:17:21: ich hab einen ganzen Tag Zeit und kann mir jetzt überlegen was ich gerne machen möchte.

00:17:27: Also wann hatte man das?

00:17:28: Deswegen würdest du sagen, dass die Zeit aktuell gar nicht so frei ist wie wir uns das vielleicht vorstellen.

00:17:34: Dass wir es selbst bestimmen können!

00:17:35: Ich

00:17:36: denke, dass wir ziemlich durchgetaktet sind und dass wir sehr wenige Momente haben in denen wir freie Zeit haben im Sinne von ich darf jetzt was machen oder ich muss gerade gar nichts machen weil im Grunde arbeiten wir wenn wir ehrlich sind ziemlich viel ab Und dieses Abarbeiten hat eigentlich immer so ein bisschen die Konnoziation vermissen.

00:17:57: Wir haben vielleicht nicht immer eine Gedanken, ich muss das jetzt machen.

00:17:59: Aber wir gehen glaube ich doch schon ziemlich stark davon aus.

00:18:04: Wir haben so ein To-do was wir machen müssen.

00:18:07: Das haken wir eins nach dem anderen ab und das Problem ist ja nicht dass wir das tun.

00:18:10: Wir sind ja auch frei das zu tun.

00:18:12: es ist Teil unserer Freiheit.

00:18:13: Das muss man gar nicht alles verurteilen oder sagen das ist jetzt alles unfrei.

00:18:17: Das ist Teil unseres Freiheits.

00:18:18: Das Problem ist nur dass unsere to do Listen halt so langen sind und auch so schwerwiegend dass wir meistens entweder gar nicht fertig werden direkt wieder zum nächsten hetzen müssen.

00:18:28: Also entsteht ja unglaublicher Zeitmangel, Zeitdruck weil wir eigentlich nie wirklich fertig werden und das andere ist dass es dann auch nicht genug ist.

00:18:35: Wir kommen eigentlich nie an ein Ende oder haben auch nicht das Gefühl da haben wir jetzt wirklich etwas erreicht oder geschafft.

00:18:40: und wenn wir es getan haben nehmen wir uns meistens auch nicht die zeit um das dann auch mal zu erleben zu genießen oder zu feiern oder wie auch immer.

00:18:46: oder wir feiern es so stark dass wir nicht mal zum feiern rauskommen ist auch schön.

00:18:51: in jedem fall kommt es eben kaum noch vor, dass wir überhaupt mal an einen Punkt kommen, in dem gar keine Liste mehr da ist.

00:19:00: Und ich glaube das ist eine Krankheit unserer Zeit.

00:19:04: Zu der Krankheit kommen wir jetzt!

00:19:06: Wie sind wir nur hier gelandet?

00:19:08: Die Menschen hatten ein gutes Leben sie hätten glücklich sein können aber sie wollten immer mehr und durch ihre Unzufriedenheit und ihre Gier erweckten Sie sie zum Leben Die Zeitdiebe.

00:19:19: So beginnt der neue Netflix-Film, Momo und...

00:19:22: Hast du das schön mitgeschrieben?

00:19:24: Ich

00:19:26: habe immer zurückgespult!

00:19:27: Weil ich diesen Anfang so toll fand um in dieses Thema einzuleiten.

00:19:31: Du hast ja schon gerade erklärt die Zeitdieben sind die grauen Herren, die graue Damen jetzt auch im Film, die eben Zeit stehlen wollen von diesen Menschen.

00:19:39: Und ich hab mich jetzt gefragt was würdest du sagen?

00:19:41: Was sind heutzutage diese Zeitdieber also?

00:19:46: oder welche Menschenpersonen Sachen haben wir eigentlich zum Leben erweckt, die jetzt unsere Lebensqualität bedrohen aber ja nicht nur unsere eigene sondern auch das soziale Miteinander.

00:19:57: Das menschliche Miteinand das sozialte Gefüge.

00:19:59: was würdest du sagen?

00:20:00: Was sind heutzutage so Zeitdiebe die uns eben versuchen die Zeit zu stehlen?

00:20:05: also

00:20:06: natürlich in dem Original Roman sind diese grauen Herren Männer in Anzügen mit grauen Autos mit graunen Notizbüchern grauen Stiften und sie haben auch graue Gesichter, graue Hüte.

00:20:19: Also grau in grau ich meine man hat es jetzt verstanden glaube ich.

00:20:22: und vor allen Dingen rauchen Sie natürlich permanent und sie notieren ständig irgendwas.

00:20:27: das heißt die sind alles am messen, am kontrollieren, am checken und eigentlich dass was wir mit unseren Trackern machen also mit Smartwatches oder auch mit dem Handy Schritte messen, wir messen unseren Herzschlag.

00:20:39: Wir messen unsere Schlafqualität.

00:20:42: Das ist ja also man kann ja mittlerweile alles messen auch schon zu Hause ich kann meinen Blutdruck zuhause selber messen.

00:20:46: Also im Grunde kann ich meine ganze Krankenstation mittlerweile zu Hause machen und ich kann alles überwachen.

00:20:51: Im Grunde sind wir ja längst in einer Kontrolle Überwachungsgesellschaft.

00:20:54: nur eben dass es jetzt nicht der Staat sagt du musst das machen wobei wir wissen noch nicht wie das mit der digitalen Krankenakte wird und vielleicht ist das ein Teil der Zukunft.

00:21:03: aber wir machen das ja selber und freiwillig.

00:21:06: Und das ist, glaube ich, das Entscheidende.

00:21:08: Dass die Grauen Herren es immer mehr schaffen über den letzten Jahrhunderte und jetzt auch stärker die Technologie sich weiterentwickeln Richtung Digitalisierung und KI.

00:21:19: Sie schaffen es immermehr in unseren Alltag zu kommen.

00:21:22: Insofern sitzen sie in unseren Smartphones, sie sitzen in unseren Terminkalendern aber sie sitzen vor allen Dingen auch in unseren Vorstellungen also in CK Jung würde Introjekte nennen, also Dinge die wir verinnerlicht haben.

00:21:37: Glaubenssätze oder so imperative...

00:21:40: Was wären denn dafür?

00:21:41: Glaubemsätze oder Vorstellungen?

00:21:42: Hast du ein paar Beispiele?

00:21:43: Also ich habe mir mal einen rausgeschrieben der auch in deinem Buch vorkam als wirklich wertvoll.

00:21:47: nur der leistungsstarke Mensch, der zeitspart und produktiv ist.

00:21:52: Hast du noch so einen anderen Ideal oder Vorstellung was uns eben so stark prägt dass wir dann gefährdet sind die zeit abzugeben

00:21:59: ja also zum beispiel so ein denken wie nur gesparte zeit ist wahre zeit.

00:22:05: Leistungsanspruch noch damit verbinden.

00:22:07: Wir können auf der einen Seite unglaublich produktiv sein, müssen wir auch... Auf der anderen Seite können wir dabei noch Zeit sparen sogar, obwohl wir schon unglaublich Produktiv sind.

00:22:15: und nur diese gesparte Zeit ist dann quasi doppelte Zeit.

00:22:19: also dass wir diese Wertsteigerung bis in Excess treiben einerseits volle Leistungen bringen andererseits auch noch Zeit dabei sparen.

00:22:25: Boah ich habe mich nochmal übertroffen!

00:22:27: Also ich glaube da das wir uns selbst immer noch selbst über treffen wollen, dass wir uns steigern wollen die ganz permanent, dass es da kein genug gibt Und das, was eben eigentlich Fusi gesagt hat mit dem wahren Leben.

00:22:39: Da wird es jetzt auch psychologisch und sehr kritisch finde ich weil wir ja Dinge notorisch aufschieben dadurch dass wir ja ständig irgendwo im to do sind oder irgendwas abhaken und dann zum nächsten, zum nächsten... andere Dinge wie einfach mal den Moment genießen oder uns mal Zeit für einen Menschen nehmen vielleicht auch einen fremden Menschen.

00:23:00: Ich mache das so gerne auf Reisen, dass ich mir einfach mal Zeit nehme für das was gerade um mich herum passiert und da muss ich ja in dem Moment alles wegschieben, was ich eigentlich zu tun hätte.

00:23:10: Das ist aber eine Gewohnheit und eine Übungssache dann das auch einfach mal ohne schlechtes Gewissen zu machen bzw.

00:23:15: das auch schon einzuplanen.

00:23:17: wunderbar!

00:23:17: Dann habe ich mal ne Stunde, in der ich einfach mal nichts tue beziehungsweise mich auf das Nicht-Zuhalz her.

00:23:22: nicht nichts tun sondern ich hab einfach mal zeit mich auf DAS einzulassen was grade ist die Geräusche ob vielleicht jemand gerade Gesprächs bedarf hat oder vielleicht auch einfach eine nette Unterhaltung.

00:23:36: Ich habe so viele schöne Unterhalter manchmal in Zügen, auch zufalls... Begegnungen, die wunderbar sind bei denen man vielleicht sogar dann weiß ich immer Adresse austauscht oder irgendwas wirklich schönes neues lernt.

00:23:47: Da gibt es eine tolle Ausstellung und da gab's dies oder was auch immer.

00:23:50: also man bereichert ja sein Leben wenn man dem Zufall einen Platz gibt.

00:23:54: Total.

00:23:55: aber dieses schlechte Gewissen kommt ja weil wir im Kopf haben der ein oder andere wird nicken.

00:24:00: Zeit ist Geld.

00:24:01: Das ist ja so ein Spruch, denn ich habe schon als kleines Kind oft mitbekommen in der Schule auch in der Arbeit.

00:24:06: Zeit is Geld!

00:24:07: Was sagt dieser Spruch über uns Menschen aus?

00:24:10: Also Zeit Is Geld ist unter anderem von Benjamin Franklin geprägt auch.

00:24:15: Der hat das damals schon im achtzenden Jahrhundert gesagt also sehr amerikanisch.

00:24:18: Benjamin Franklin ist Amerikaner sehr verbreitet und ist mit dem Kapitalismus tatsächlich zu... Natur gesetzt geworden bei uns, weil und es macht auch sozusagen von der wirtschaftswissenschaftlichen Seite her Sinn.

00:24:34: Und auch arbeitstechnisch.

00:24:36: Zeit ist ja das beste Mittel um etwas zu messen.

00:24:40: also Arbeitszeit wie misst man sie?

00:24:43: kann man sich an der Produktivität am Ergebnis messen?

00:24:46: Ja kann man.

00:24:47: aber Im Grunde hat sich durchgesetzt, dass wir erst mal die Stunden, die Arbeitszeit messen.

00:24:51: Das war das beste Mittel um zu sagen du kriegst den und den Lohn für forty-fünf Stunden im Monat oder in der Woche.

00:25:00: wie auch immer, wie man arbeitet kriegste eben den und Den Lohn Und dann war ihm das das Beste.

00:25:04: deswegen gab es ja auch die Stechuhren.

00:25:06: Wir reden jetzt von Fabrikarbeit.

00:25:08: In der eben klar war, man muss die in die Stunden abarbeiten und da ging es jetzt nicht darum dass der einzelne unglaublich produktiv sein konnte oder musste.

00:25:16: Darum gings ja nichts sondern ich ging einfach darum das zu machen was man tun kann.

00:25:20: Da hat sich Stecho durchgesetzt.

00:25:21: Das ging dann auch bis zu den Büros.

00:25:23: also wenn man sich die Industrialisierung so anschaut das war und ist bis heute ehrlich gesagt das erst mal sicherste Mittel um die Arbeitskraft überhaupt festzulegen und zu sagen was ist sie denn wert?

00:25:32: Darum geht's ja aus.

00:25:33: Es geht ja um den Wert!

00:25:34: Und da verschiebt sich natürlich etwas weil Das Wort Wert und Werte hat mehrere Dimensionen.

00:25:40: Und diese Verquickung von Zeit und Geld ist natürlich enorm einseitig, es hat uns sehr viel weitergebracht.

00:25:49: wir konnten einen sehr komplexes und auch produktives System aufbauen in dem Leistungen plötzlich messbar wird und so ist die Leistungsgesellschaft entstanden.

00:25:57: also ja Zeit ist Geld hat aber auch schon dieses Spar Konnotation und das ist glaube ich.

00:26:03: also man muss vorsichtig sein.

00:26:04: Man darf auf gar keinen fall Zeit verschwenden richtig, und dass es ja der psychologische träg sobald Ich bei zeites geld bin.

00:26:13: ich würde ja niemals Geld verschenken Und übertrag das auf die zeit.

00:26:17: Wie furchtbar ist das durchs Leben zu laufen?

00:26:19: Ich darf keine Zeit verlieren.

00:26:21: Ja, man

00:26:21: ist in so einer Hektik!

00:26:22: Man lässt sich auf nichts mehr ein.

00:26:23: Man geht nicht.

00:26:24: mein Resonanz würde Hartmut Rosa sagen...

00:26:26: Ich habe meinen Portemonnaie vergessen.

00:26:27: Wo ist

00:26:27: das?!

00:26:28: So laufen wir eigentlich rum mit der Zeit.

00:26:30: Oh Gott ich hab hier gerade ne Stunde verloren.

00:26:32: was quatscht die Person mich dazu?

00:26:33: oder wieso habe ich mich jetzt hier so verquatscht?

00:26:35: ja also Eigentlich ist es einen Grund.

00:26:38: ständig können wir plötzlich nen Panik verfallen.

00:26:40: Jetzt hab' ich hier eine ganze Lebensstunde verloren und so ist es übrigens auch bei Momo im Film.

00:26:44: Die Leute werden wirklich panisch Paranoid gucken ständig auf die Uhr oder eben auf ihren Zeit Tracker und sind eigentlich entwickeln sich in die Richtung wie diese weibenden grauen Herren, die eigentlich permanent die nächste Dosis brauchen.

00:26:57: Und alles

00:26:58: kontrollieren und

00:26:59: kontrollieren genau.

00:27:00: wenn ich dich jetzt aber richtig verstehe weil früher waren ja waren es autoritäre Personen, Institutionen von außen.

00:27:07: Aber wenn ich dir jetzt so

00:27:07: zuhöre

00:27:08: ist eher so deine Beobachtung das jetzt aktuell wir das eher verinnerlicht haben.

00:27:13: also wir denken dass irgendeiner von außend uns zudem macht was wir gerade machen zu dem wir sind immer busy wir müssen rennen wir müssen auch jenes machen.

00:27:21: aber eigentlich ist es in uns selbst drin habe ich das richtig verstanden durch diese Vorstellungen durch die ideale die wir vielleicht durch Eltern durch Freunde durch die Gesellschaft inhaliert haben und jetzt eigentlich in uns drin sind Und uns das vielleicht gar nicht bewusst ist manchmal.

00:27:35: Ja,

00:27:36: also Zeit ist ja unsichtbar.

00:27:38: Zeit kann man auch nicht fassen.

00:27:39: Haben wir schon am Anfang gemerkt?

00:27:40: Man kann sie nicht greifbar machen eigentlich.

00:27:42: Sie zerfließt oder sie grinde uns aus den Händen eigentlich sofort und die Zeiten sind auch unsichtbaar.

00:27:49: Man sieht es hier ja nicht!

00:27:51: Die sind total unscheinbar.

00:27:53: Richtig,

00:27:53: die umgeben uns und die sind um uns herum in der Gesellschaft aber sie sind eben auch in uns und das ist tatsächlich der Punkt und es gibt eine ganz wirklich mächtige Theorie im zwanzigsten Jahrhundert Das ist Erich Fromm unter anderem Der schon die These aufgestellt hat dass im Laufe der Jahrhunderte Die macht immer mehr von außen sich ins innere verlagert hatte ins Innere gegangen ist.

00:28:17: Das heißt, wir hatten ja vor ein paar Jahrhunderten noch Könige, Monarchen oder war ganz klar die Autorität und die Macht ist da draußen.

00:28:24: Selbst Gott war eigentlich eine externe Kreatur, die über alles regiert hat.

00:28:29: man hat dann auf den Tag von Gottes Reich gewartet und so war also der Glauben gibt es ja heute noch und das war immer alles in dem Begriffen von Herrschaft Äußere Autorität und auch der Sinn des Lebens war er von außen vorgegeben.

00:28:44: Der war ja nicht in mir drin, das war vor fünfhundert Jahren im Mittelalter ein absolut revolutionärer und auch kätzlerischer Gedanke dass ich mir selbst den Sinn im Leben suchen oder finden kann.

00:28:55: Und das hat sich über die letzten Jahrhunderte verändert und da gibt es Erich Fromm analysiert hat im zwanzigten Jahrhundert.

00:29:02: Die Autoritäten haben sich immer mehr von außen nach innen verlagert.

00:29:06: und dann kommt eben noch Michel Foucault, ganz bekannter Soziologe, Philosoph und Historiker, Psychologe auch der diese moderne Wirkweise von Macht analysiert hatte.

00:29:17: also moderne Machtmechanismen zeichnen sich dadurch aus dass sie sich selbst unsichtbar machen zum Beispiel in der Gestalt von inneren Glaubenssätzen.

00:29:27: Ich muss dem und dem ideal entsprechen, ich muss ein effizientes Leben haben.

00:29:31: Sonst bin ich schlecht, sonst bin ich nicht genug oder vielleicht ein unproduktiver Mensch oder sonst bin kein Teil dieser Gesellschaft.

00:29:38: das ist ja es geht eigentlich auch immer um Zugehörigkeit.

00:29:41: also kommt sehr vieles zusammen und auch er hat analysiert dass eigentlich Macht sehr dynamisch ist sehr beweglich sehr produktiv auch, weil sie produziert nämlich auch unsere Individualität.

00:29:52: In Form von diesen... Also macht es ja nicht noch negativ.

00:29:55: im Gegenteil wir schaffen dadurch ja auch das Leben was wir haben wollen in sehr positiven Sinne.

00:30:02: dass uns das nicht immer gelingt und dass wir da unfreier sind als wir eigentlich glauben Das ist natürlich der blinde Fleck und der Knackpunkt.

00:30:08: das hat natürlich auch Foucault die ganze kritische Theorie Adorno-Frankfurter Schule haben das analysiert.

00:30:15: Da gibt es die schönsten Begriffe und Metaphern auch für, also Adorno meinte mal wir leben eigentlich in einem Freiluftgefängnis.

00:30:22: Wir sind freiwillige Gefangene oder?

00:30:23: Genau!

00:30:24: Wir machen das sogar noch freiwillig.

00:30:26: Also Foucault spricht auch von der freiwilligen Unterwerfung.

00:30:29: Also statt dass da irgendjemand steht mit der Zuckerpeitsche oder in der Fabrik oder irgendwo, dass uns jemand überwacht... Es gibt ja niemand außer dass wir uns vielleicht nach Freut mit dem Überich selbst überwachen können.

00:30:42: Wir machen das tatsächlich selber, aber es gibt da keine Person.

00:30:44: Aber warum

00:30:44: machen wir das?

00:30:45: Warum lassen wir uns so leicht und im Film und in dem Buch kommt es ja auch so rüber dass ist... Da wird ja kein Zwang angesetzt oder so sondern das ist ja wirklich Und ich habe auch das Gefühl im Alltag Dass er hier keiner wie du ja sagst mit einer Axt hinter uns steht und sagt wenn du das jetzt nicht machst dann bekommst du Konsequenzen.

00:31:00: Das heißt wir lassen uns ja freiwillig und sehr leicht verführen Oder vielleicht auch manipulieren.

00:31:06: Jeder kann jetzt das Wort aussuchen was ihr verwenden möchte.

00:31:09: Hast Du Gründe warum wir das machen?

00:31:11: Ich glaube, das ist sehr psychologisch und individuell.

00:31:14: Warum wir das dann genau machen?

00:31:15: Aber je autoritärer gerade die Zeiten werden, man merkt ja auch der Druck von oben, von unten, von allen Seiten wird größer.

00:31:25: Das so eher greifen wir wieder auf ganz bewährte Strukturen und Hilfsmittel zurück.

00:31:32: Und das sind eben die materiellen Werte, das ist der Materialismus.

00:31:35: Das heißt ich arbeite um Geld zu verdienen, ich arbeide um erfolgreich zu werden.

00:31:39: Ich muss mein Leben optimieren damit ich auch noch irgendwann mal Zeit habe für mich und für meinen wahres Leben.

00:31:44: Und ich glaube dass es die große Gefahr hat sich nicht verändert.

00:31:48: Da helfen uns die Zeitdiebe enorm im negativen Sinne.

00:31:51: Die unterstützen uns und fördern das total.

00:31:53: Wir denken wir müssen jetzt alles perfekt machen und alles schön eintüten usw.. Damit wir irgendwann mal zeit haben Für das wahre leben und wir verschieben es in die zukunft.

00:32:03: also dass ist auch dann wieder sehr buddhistisch von der kritik her, dass wir eigentlich gar nicht für den moment leben Sondern eigentlich für eine imaginierte zukunft weil wir dann ja irgendwann das wahlleben leben und frei sind.

00:32:16: was Passiert denn jetzt, wenn wir eben dieses Leben wie du sagst alles unter diesem groß möglichen Nutzen stellen.

00:32:21: Alles quantifizieren, alles irgendwie versuchen zu messen Zeit zu sparen um Geld zu verdienen?

00:32:27: Was passiert damit unserem Leben, wenn wird die Zeit nun noch unter solchen Gesichtspunkten wie Effizienz Leistung nutzen sehen?

00:32:35: was passiert da mit unserem Leben?

00:32:37: Wenn wir uns wirklich so stark auf den Materialismus fokussieren, dann sehen wir natürlich all diese schönen Bombons und all die schönen Dinge.

00:32:47: All die Farben, die unser Leben eigentlich zu bieten hat.

00:32:49: Sehen wir denn einfach nicht mehr?

00:32:50: Weil wir so unglaublich in einem Tunnel sind!

00:32:52: Und tatsächlich den Wert auch gar nicht mehr erkennen.

00:32:55: Ich glaube das ist das... Wir verlieren sogar den Wert der Lebenszeit aus den Augen.

00:33:02: Also

00:33:02: was meinst du

00:33:03: damit?!

00:33:04: Naja, wenn wir ja Zeit ist Geld.

00:33:06: Wenn wir Zeit und Geld gleichsetzen dann geht er eigentlich der Wert der Zeit verloren weil wir plötzlich das alles wie du eben schon gesagt hast messbar machen kontrollierbar machen wollen.

00:33:15: Grunde sind wir dann wie so etwas traurige Naturwissenschaftler die eigentlich nur noch das sehen was sichtbar ist im Sinne von messbar kontrollier bar.

00:33:28: Im Marketing sagt man unter anderem den schönen Satz Also das existiert dann irgendwann gar nicht mehr, also alles was man.

00:33:40: Alles was nicht produktiv ist wird ja reduziert, also eine Rede, Träume spazieren gehen.

00:33:45: Also alles was ökonomisch nutzlos ist quasi schon dann auch Zeitverschwendung.

00:33:51: Wird ja da nicht mehr relevant.

00:33:53: aber warum sind gerade diese zweckfreien Tätigkeiten sagt man ja auch?

00:33:57: Du tust etwas wo gar nicht ein Ziel am Ende draußen ist, aber warum ist das so wertvoll für unsere Lebenszeit?

00:34:02: Für unsere Lebensqualität.

00:34:04: Genau also wir verlieren quasi das Verständnis vom Nutzen des Nutzlosen oder auch vom Sinn des Sinnlosen.

00:34:12: ja selbst die Sinnlosigkeit Die grauen Herren, das sind immer so schöne Szenen.

00:34:17: Genau in Momenten, in denen wir uns sinnlos erleben oder unser Leben plötzlich irgendwie so ein bisschen grau und trist und sinnlos sich anfühlt kommen sie nämlich.

00:34:26: Und dann versuchen Sie einem zu zeigen hier und da kannst du noch Zeit sparen.

00:34:29: und da hier das wahre Leben wartet dahinten auf dich Heutzutage

00:34:32: Social Media.

00:34:33: Wir sehen die Influencerinnen am Strand im Flugzeug

00:34:36: Immer überall und tatsächlich es ist kein Wunder dass auch heute also der American Dream ist ja mittlerweile dann auch sehr stark ein Influenza Dream so, wir alle zu kleinen Kapitalisten geworden sind.

00:34:47: Und nicht nur zu klein sondern zu kleinen großen Kapitalistinnen geworden sind.

00:34:49: das heißt wir wollen eigentlich alles komplett kapitalisieren und das bedeutet auch dass der Kapitalismus gar nicht mehr nur im Außen ist.

00:34:57: dann er ist ähnlich wie die Machtverhältnisse in uns gegangen und in dem Moment können wir gar nichts mehr an diesem Augenblick sein weil wir schon daran denken was ich damit mache was sich gerade erlebe und es ist wie so ein echt Zeit aufgeblähter Raum geworden, der immer komplexer wird.

00:35:14: Weil wir immer schon in Metaebenen denken Wir können eigentlich gar nicht mehr nur den Moment erleben weil wir uns selbst schon dabei beobachten.

00:35:22: Dann kommt die nächste Ebene wie wir eigentlich schon damit etwas anderes machen können.

00:35:27: dann kommt schon die nächste Ebene Wie das bei jemand anderem ankommt oder wie uns das vielleicht mit einem guten Gefühl erfüllen wird.

00:35:34: also im Grunde machen wir das nur eigentlich um uns besser zu fühlen.

00:35:38: was du auch eben gesagt hast mit dem Wandern, das ist ja erstmal eine Umgewöhnung weil es nicht der größte Dopaminkick ist.

00:35:47: Das Wandern fällt uns so als zweckfreie Tätigkeit.

00:35:50: Das ist jetzt nicht wie Marathon laufen wir müssen... Wir haben einen richtigen Glücks-Hype, der kommt zwar auch beim Wandern aber er ist viel leiser und viel stiller und er liegt eher in einem schöner goldener Flow.

00:36:03: Der aber auch über die Zeit erst entsteht, weil wir einfach meinen Tag Offline sind und uns mal über mehrere Stunden einem Zustand aussetzen, der ja in den Bergen auch wunderschön ist.

00:36:16: Aber dem muss man Zeit lassen.

00:36:18: Das kann man nicht einfach machen, indem man sich kurz betrinkt oder mal kurz ein Konzert besucht.

00:36:21: Das sind ganz andere Kicks, Glückskicks wenn man so will.

00:36:25: Da ist das Wander eine andere Dimension Und ich glaube dass wir ein bisschen verlernt haben dieses etwas Unspannende oder diese etwas leiseren Zweckfreien Tätigkeiten, dass die eigentlich so ein bisschen der Klebstoff unseres Lebens sind.

00:36:44: Und ich gehe jeden Tag mehrere Stunden in Wald das weißt du.

00:36:48: da haben wir schon mal hier auch drüber gesprochen beim Podcast und das ist für mich tatsächlich mein täglicher Flow.

00:36:52: Das ist aber ein sehr leiser Flow.

00:36:54: es nicht, dass ich da jetzt drei stunden lang komplett im Einklang mit den Bräumen der Natur bin gar nicht.

00:37:01: Ich hole auch schon mal mein Handy raus und dann mache ich damit etwas, was für mich gerade schön ist.

00:37:07: Oder vielleicht tippe ich mir auch mal oder spreche mir einen Text ein oder so aber... Und ich beschäftige mich viel mit meinem Hund natürlich!

00:37:12: Aber ich bin ja auch nicht die ganze Zeit im Moment und das kann auch nicht das Ziel sein.

00:37:16: Aber ich glaube eher dass wir das wieder mehr wertschätzen müssen, was es bedeutet bewusst zu gehen, bewusst zu sprechen, auch einmal zu entschleunigen.

00:37:24: also von Casio Paya können wir lernen dass

00:37:27: die Schildkröte

00:37:29: genau je langsamer desto schneller.

00:37:32: wir haben ja zwei denksysteme wissen wir aus der kognitionswissenschaft.

00:37:36: das eine ist das schnell schießende intuitive und Das macht unglaublich viel mehr spaß.

00:37:41: Dass es das was uns diese großen glücksgefühle gibt schnell entscheidung treffen und bam bam bam Bam nächstes mieting nächste Entscheidung, das ist ja ein unglaublich energievolles gefühl Und zustand.

00:37:52: von dem wird man auch abhängig.

00:37:53: klar von jedem Kick wird man abhängig, auch vom Körper produzierten.

00:37:59: Und das andere dieses langsame System ist erstens anstrengender weil es mehr Energie verbraucht und zweitens braucht der Floh da auch ein bisschen länger und in unserer Gesellschaft tendieren wir eher dazu.

00:38:11: Das sieht man auch im Aktienmarkt.

00:38:13: alles wird schneller beschleunigt sich und menschen

00:38:16: reden sogar schneller auf social media.

00:38:18: auch das ist ja schon

00:38:20: schneller.

00:38:20: und dann gibt es ja noch die menschen jedes eine eins komma fünf oder zweifacher geschwindigkeit hören.

00:38:25: also bei jungen menschen ist es richtig verbreitet dass man alles auch noch mindestens eineinhalb oder doppelt so schnell.

00:38:32: Ja, weil ich glaube das in den Köpfen ist diese Illusion die du gerade angesprochen hast, dass sie dann meinen damit erfolgreich zu sein oder zu werden im materialistischen Sinne.

00:38:42: aber das Schöne an dem Buch Momo ist ja da sieht man ja den Verfall dieser Charaktere.

00:38:46: also man sieht die sind zwar auf materialistischer Weise erfolgreich das was Sie auch wollten wenn man sich die Charakterei richtig anschaut und man merkt es auch in unserer heutigen Gesellschaft nicht nur im buch eigentlich unglücklich sind und auch gar keine Freude mehr am Job haben, wenn ich da an die Charaktere im Buch denke.

00:39:04: Ja,

00:39:04: sie sind freudlos komplett!

00:39:06: Und die werden zu grauen... Wesen, wenn man so will.

00:39:09: Und

00:39:10: auf Instagram und auf TikTok wird immer ein Real geteilt vielleicht kennst du das auch?

00:39:15: Und zwar der Schauspieler Jim Carrey hat in einer Rede das mal wunderschön auf den Punkt gebracht.

00:39:19: ich übersetze ihn kurz und zitiere Ich denke jeder sollte reich und berühmt werden und alles tun wo von er je geträumt hat damit er sehen kann dass Das nicht die Antwort ist.

00:39:31: Ja ja das ist Der hyper individualismus denn wir unsere gesellschaft haben zu ende gedacht.

00:39:36: Im Grunde muss erst einmal jeder der Hyper Capitalist und der Hyper Individualist, damit auch der eigene Regisseur seines Lebens werden.

00:39:44: Wie man das auch so sagt also berühmt werden Schauspielerregisseuren einem bis man erkennt dass es das nicht ist.

00:39:52: Warum

00:39:53: führt eben dieses mehr an Wohlstand?

00:39:56: Mehr Anreichtung?

00:39:57: warum führt das eben nicht automatisch zu diesem mehr an Lebensqualität was ja die Menschen Denken.

00:40:03: Ja, weil all diese Dinge wie Glück sind aber auch Zeit Aufmerksamkeit Empathie mentale Gesundheit All das sind Dinge die man nicht so steigern kann Wie zum Beispiel Geld.

00:40:16: Die Kann Man Nicht So Messbar Machen Und Nicht So Kontrollieren Steigern Optimieren Wie materiell ist.

00:40:22: Das Fängt Schon Mal Damit an.

00:40:24: und Dann Möchte Ich Zu Einen Thema Kommen Dass Mir Einfach sehr am Herzen liegt dass Ist Wir haben gerade schon über Momo gesprochen, die Literatur.

00:40:32: Das ist ja auch etwas was sehr langsam geht.

00:40:34: In der Arbeitswelt wäre das zum Beispiel Deep Work.

00:40:38: Ja wir wissen dass wir für unser Glück und für unsere Erfüllung immer wieder Tiefzeiten brauchen das Erleben von tiefer Zeit, nicht nur eben von schnell, schnell.

00:40:49: Sondern Deep Work, Deep Flow.

00:40:52: und für mich wäre ein gutes Beispiel... Auch Deep

00:40:55: Talks!

00:40:55: ...Deep Talks genau.

00:40:57: Ja?

00:40:57: Deep Dreams alles eigentlich.

00:41:00: Das wäre doch das Lesen und das ist ja etwas was mich auch gerade umtreibt weil es tatsächlich so ist dass ja junge Menschen weniger lesen.

00:41:08: Es gibt immer weniger die sagen ich lese einen Buch Das kommt wirklich nicht mehr so, also gibt es noch zu Glück.

00:41:13: Oder nur die Zusammenfassungen sich durchlesen?

00:41:15: Richtig!

00:41:16: Also entweder macht man das Hörbuch schneller dann oder die zusammenfassung aber es geht... Eigentlich nur noch um Informationsverarbeitung.

00:41:23: Also wir degradieren uns eigentlich selbst zu Maschinen, so kann man es ein bisschen sagen.

00:41:27: Es reden ja viele davon nicht dass die KI wie einen Mensch wird, plötzlich wird die KI menschlich.

00:41:33: Ich glaube das ist gar nicht das einzige Problem oder die Gefahr, die da ist, dass viel größere aktuelle Probleme ist gerade, dass wir eher zu Maschen werden.

00:41:41: Dass wir plötzlich uns komplett unterwerfen und dass wir uns Takt gleich schalten mit Maschinen mit einer Mechanisierung und dass wir glauben so erreichen.

00:41:52: Wir eigentlich das was wir erreichen wollen.

00:41:54: Das zeigt aber eigentlich eher, dass wir gar nicht wissen was wir wollen.

00:41:57: Und das mag vielleicht auch daran sein und deswegen kann ich deine frage so nicht beantworten weil es gibt nicht die antwort und Ich glaube das muss man erstmal akzeptieren und aushalten und vielleicht Muss man dafür auch erst mal ein paar dinge erlebt haben bei denen man von dem man dachte das ist jetzt meine Antwort ganz viel Geld Weil mit fast allen menschen mit denen sprichst die irgendwann mal richtig viel geld gemacht haben kommen alle.

00:42:17: Früher oder später zur Erkenntnis, das war es nicht.

00:42:19: Wie Jim Carreys gesagt hat?

00:42:21: Genau!

00:42:21: Oder alle die mal richtig berühmt waren und berühmt geworden sind, die kommen alle durch die Bank zur Erkennung.

00:42:27: Das war's jetzt nicht.

00:42:28: Es geht weiter.

00:42:28: ich muss hier und hier weiter wachsen.

00:42:30: Ich hab da und da Bedürfnisse, die überhaupt nicht gedeckt wurden.

00:42:34: Die darf ich jetzt erstmal leben.

00:42:35: also wahrscheinlich gehört zur Antwort auf deine Frage Gehören eben auch Prozesse des Scheiterns und Momente, des Erkennens.

00:42:43: Das ist dieser Weg den ich hier gerade eingeschlagen habe das der dazu gehörte aber dass er es nicht isst und das aushalten dessen dass es nicht eine Antwort darauf gibt und vor allem nicht eine richtige.

00:42:54: Dafür mache Ich mich eigentlich als Philosoph immer stark mit Kindern funktioniert das super Mit Jugendlichen und mit Erwachsenen also.

00:43:03: Aber du hast ja den Punkt angesprochen, dieses so Wissen wir eigentlich wohin?

00:43:06: Wir möchten was wir wollen oder ist eben dieses.

00:43:09: Was du gesagt hast diese Glaubenssätze zu verinnerlichen, zu quantifizieren und zu kontrollieren eins nach dem anderen dass das eben eine Art Ablenkung von dem isst weil wir uns dann von anderen blenden lassen auf andere hören bei in uns quasi die Stimme nicht laut genug ist Und wir uns da manipulieren lassen von der Zeit Diem da draußen Weil die vielleicht lauter sind sichtbarer sind.

00:43:31: Das wäre jetzt noch mal eine philosophische Frage, weil du ja auch viel Erich Fromm zitierst.

00:43:36: Er sagt es ist dann vielleicht auch ne Flucht vor der Freiheit oder wie Nietzsche es ja auch schreibt Es ist ne Flücht vor sich selbst am Ende.

00:43:43: Ja also wir reden gerne über Unsicherheit und Ungewissheit und Wuka und so.

00:43:47: Wir kennen das alles.

00:43:48: aber dass wirklich auszuhalten ist einfach eine ganz andere Nummer.

00:43:52: das ist ja so Wie Menschen tendieren dazu sich selbst für ein Partschatz zu halten als Andere.

00:43:59: Aber genau diese Haltung und dieses Denken, dass wir selbst empathischer sind als andere.

00:44:03: Und wir glauben, die sind ja gar nicht so empathisch das fühlt er dazu, dass Wir selbst unempathischer sind und uns unempathischer verhalten.

00:44:10: und ich glaube wir sabotieren uns da selbst.

00:44:12: und Das ist ähnlich wie.

00:44:14: wir flüchten eigentlich vor diesem Gefühl der Unsicherheit vor dem gefühl der angst Selbst vor so einer art existenzieller Verzweiflung.

00:44:23: Die kann man noch positiv sehen.

00:44:25: Du hast gerade die Flucht oder auch die Furcht vor der Freiheit genannt und tatsächlich spielt ihr auch in meinem Buch Zeit des Leben an einer ganz entscheidenden Stelle, kommt sie zum Einsatz.

00:44:36: diese... Ich habe sie immer wieder zitiert finde ich eines der wichtigsten Werke von Erich Fromm aktuell auch für unsere Zeit.

00:44:43: Ich meine das ist von nineteenhundertdreinvierzig.

00:44:45: Der hat es also während des Zweiten Weltkriegs geschrieben und er hat da wirklich auch verarbeitet wie Nationalsozialismus entstanden ist in der Gesellschaft, wie es passieren konnte das die Gesellschaft kippt.

00:44:56: Das plötzlich eine komplett totalitäre Stimmung und Regierungsform entstanden isst dass alle mitgemacht haben selbst die die nicht mit gemacht haben haben sich so verhalten dass sie nicht mehr aufhielen.

00:45:09: also Mitläufer klassische.

00:45:12: Und diese Furcht vor der Freiheit von der erspricht hat mich überzeugt und auch so fasziniert jetzt während ich über recherchiert habe.

00:45:20: Und dass mich mit Momo auseinandergesetzt habe, weil in Momo passiert dieses Kippen der Gesellschaft.

00:45:25: auch die grauen Herren ergreifen die Macht.

00:45:28: Die rufen den Notstand aus beziehungsweise im Ausnahmezustand sie erpressen die Menschen Sie bringen bei Post Straßenkehrer in eine psychiatrische Klinik gegen seinen Willen.

00:45:39: dann kommt ein Zwangs Arbeitslager.

00:45:42: Der muss plötzlich doppelt so schnell arbeiten.

00:45:43: normalerweise ist ja der jenige, der sagt Schritt Atemzug Besenstrich, Schritt atemzug besenstriche und plötzlich muss er das alles ganz schnell machen.

00:45:54: Gigi wird verdammt zur berühmten Persönlichkeit und hat überhaupt keine Freiheit mehr, hat fünf Manager um sich herum und darf eigentlich nichts mehr entscheiden kann auch nicht mehr kreativ sein wird also depressiv eigentlich.

00:46:05: Und die einzige noch übrig bleibt ist Momo.

00:46:08: Das ist eine Strategie der grauen Herren, die wir auch aus des totalitären Regimen kennen.

00:46:13: Momo wird komplett isoliert.

00:46:15: Das hat Hannah Arendt, eine der wichtigsten Theoretikerinnen des Totalitarismus mal als Atomisierung der Gesellschaft bezeichnet.

00:46:24: Also die totalitären Zeitgeber wollen die emotionale, mentale und soziale Gesundheit der Menschen und der Gesellschaft zerstören.

00:46:32: Und das tun sie weil Sie dann die Menschen isolieren und unglaublich viel mehr Macht über sie haben.

00:46:37: Weil wenn man sich allein fühlt, Hannah Arende nennt es auch die große Verlassenheit Dann sind wir viel anfälliger für Manipulation.

00:46:46: Wir sind anfällig auch für ein falsches Gefühl von Unabhängigkeit, wir fühlen uns ja isoliert und das heißt auch, wir können nie mehr trauen.

00:46:55: Es entsteht eine Misstrauensgesellschaft.

00:46:58: Wir fühlen es aber gleichzeitig weil wir ja auch egoistisch sind, fühlen wir uns aber unabhängig.

00:47:04: Und ja, all das führt dazu dass wir eigentlich dann Angst vor unserer eigenen Freiheit haben.

00:47:09: und das zeigt sie in einem ganz bestimmten Moment bei Momo.

00:47:15: Da ist sie nämlich komplett isoliert weil die Gauen Herren sagen okay wenn du dich von uns nicht verführen lässt und keine Zeit spaßt, weil sie ist immun, sie ist resistent Nehmen wir jetzt deine Freunde weg und das machen sie auch.

00:47:28: Und plötzlich gibt es niemanden mehr, und da kommt diese unglaublich berührende und auch wichtige Stelle für die Zeit auch.

00:47:33: nämlich Es gibt Reichtümer an denen man zugrunde geht wenn man sie nicht mit anderen teilen kann.

00:47:41: und Das gilt für die zeit das gilt für Aufmerksamkeit dass gilt für Empathie das gilt Für alles liebe Freundschaft das gilt eigentlich für unsere gesamte Beziehungsfähigkeit.

00:47:53: also unsere Freiheit liegt ja nicht nur darin, dass wir als Individuum und hyperindivulistisch alles machen können was wir wollen und können sondern liegt auch daran das wir unsere Zeit teilen können.

00:48:03: Dass wir Beziehungen Bindungen eingehen können.

00:48:06: beides braucht die Freiheit Individium oder Individualität und Gemeinschaft.

00:48:10: Und Das erkennt Momo in dem Moment dass sie da eigentlich monatelang verzweifelt war Angst hatte und vor allen Dingen in Selbstmitleid, sich gesult hat.

00:48:22: Und plötzlich nach ein paar Monaten fällt ja auf Hey!

00:48:25: Ich suche mich hier in meinem Selbstmitglied, in meiner Verzweiflung ich kreise die ganze Zeit um mich aber eigentlich sind doch meine Freunde in Gefahr Die wurden doch entführt von den grauen Herren.

00:48:36: Ich habe auch eine Verantwortung.

00:48:37: und dann plötzlich kommt diese Entschlossenheit und das ist das was Sören Kierkegaard in anderer toller Philosoph Angst als Schwindel der Freiheit genannt hat.

00:48:46: also in existenziellen Momenten von Angst, Verzweiflung wird uns plötzlich unsere eigene Freiheit klar.

00:48:53: Wir werden uns bewusst hey aber ich bin noch total frei eigentlich.

00:48:56: und diese Momente brauchen wir und dafür müssen wir auch mal wieder zweckfrei handeln und einfach uns mal wieder im Kopf und im Herz und dem Bauch Freiheit verschaffen sonst kriegen wir dieses Gefühl gar nicht mehr was es bedeutet frei zu sein und dazu gehört eben auch dieser angst nochmal auszuhalten und zu sagen angst ist eigentlich letztlich positiv formuliert, ein Schwindel der Freiheit.

00:49:19: Und wenn wir durch diesen Schwindeln durchgehen, erkennen wir wow ich bin frei und das macht Momo.

00:49:23: und dann sagt sie und jetzt grau Herren wo seid ihr?

00:49:27: Was wollt ihr von mir?

00:49:28: Ich möchte meine Freunde wieder sehen!

00:49:30: Das heißt ja eigentlich ich möchte mein Leben zurück, ich möchte meine Lebenszeit wieder teilen können.

00:49:35: also anders ausgute ich möchte frei sein.

00:49:40: Jetzt hast du schon so viel über Momo gesprochen, was können wir denn von ihr jetzt lernen?

00:49:44: Was eben diesen Umgang mit der Zeit vielleicht eine neue Perspektive.

00:49:48: Wir haben ja jetzt die ganze Zeit darüber gesprochen, das war ja fast so ne Gesellschaftsdiagnose, was vielleicht momentan das Problem sein könnte welche Folgen es haben kann.

00:49:58: und Du hast jetzt schon aufgemacht dass ja Momo sozusagen im Buch im Film sozusagen der Revolution startet in Anführungsstrichen und es umdrehen kann.

00:50:10: die Zeit im Umgang, die Perspektive.

00:50:13: Was würdest du sagen?

00:50:13: Was können wir von ihr lernen und was können wir übernehmen in Anführungsstrichen oder uns inspirieren

00:50:18: lassen?".

00:50:19: Ja genau da kommen jetzt eigentlich zu dem Rätsel der Zeit dass wir ja auch schon von Anfang an so angetippt haben und immer wieder drüber philosophiert haben.

00:50:30: Was ist eigentlich Zeit?

00:50:32: Und du hast am Anfang den schönen Freudischen Versprecher gehabt Zeit kann man nicht nur fühlen, also Zeit fühlt sich nicht nur an als Qualität.

00:50:40: Sondern Zeit hat was mit Hören zu tun.

00:50:43: und da kommen wir zur Superkraft vom Momo, was sie ja von Anfang an kann wie kein anderer Mensch das ist Zuhörn.

00:50:50: Und dieses Zuhören hat therapeutische Wirkungen nämlich plötzlich entsteht ein Resonanzraum und Menschen die eigentlich unkreativ sind, den feinen kreativen Ideen ein.

00:51:01: Menschen die sich gestritten haben fangen plötzlich an über sich selbst nachzudenken oder zu reflektieren und plötzlich versöhn sie sich wieder.

00:51:06: also richtige Wunder kommen da eigentlich!

00:51:09: Und eigentlich hat unser Umgang mit Zeit sehr viel mit Hinhören zu tun.

00:51:14: können wir in uns hinein hören?

00:51:16: können wir jemandem wirklich zuhören?

00:51:18: weil wirkliches Zuhören bedeutet dass ich ja meinen Raum öffne und das ich auch eine Meinungsveränderung zulasse, dass ich mich wirklich auf jemand anderen oder auf etwas anderes einlasse.

00:51:30: Das heißt das ist schon sehr anspruchsvoll

00:51:33: also nicht direkt zu bewerten?

00:51:35: Oder was würdest du sagen was zeichnet gutes Zuhören aus?

00:51:37: richtig

00:51:38: sich selbst Ein bisschen zurückzunehmen erst mal und gleichzeitig aber zu merken Dass dadurch einen wahres selbst von mir zum Vorschein kommt wenn ich so zu meinen Ich mal ein bisschen zurücknehme jemand anderem Raumgeber aber auch dem was in mir ist, das was diese Resonanz überhaupt als erschafft.

00:51:54: Also es hat durchaus etwas auch spirituelles.

00:51:56: also man merkt da schon eine Kraft die größer ist als wir aber auch etwas das größer isst als Angst.

00:52:02: Man verliert... man baut seine Ängste ab vor vielleicht zu viel Nähe oder vor geteilter Lebenszeit im Sinne von jetzt verschwend ich die?

00:52:12: Also man überwindet auch diese Angst dass man sich jetzt darin verliert oder dass man irgendeinerweise jetzt gerade ja etwas verschwendet, was man also kostbar empfindet und das wiederum ermöglicht uns den eigentlichen Wert von Zeit wieder zu entdecken.

00:52:27: Den brauchen wir.

00:52:28: Das bedeutet aber ganz konkret pragmatisch unverplante Zeit.

00:52:32: Wir brauchen wieder mehr unverplante Zeit.

00:52:34: Das heißt Zeiträume in denen es keine Vorgaben gibt, in denen nicht schon klar ist, was wir machen werden.

00:52:41: Da habe ich jetzt eine... Eigentlich war ich auf der einen Seite und meinte so, ja die Menschen wenn ich in meinem Freundeskreis rumhöre.

00:52:48: Die haben alles verplant.

00:52:49: Ich meine das sind auch Eltern und haben Kinder.

00:52:52: Wenn ich mich mit den

00:52:53: Treffen will in einem Monat.

00:52:55: So dachte ich so Ja die Menschen brauchen wieder unverplante Zeit.

00:52:58: Und dann habe ich mit jüngeren Menschen gesprochen und da ist ja ganz anders.

00:53:03: Die verplanen sich ja nicht.

00:53:04: Das ist ja das Problem.

00:53:05: also wenn man sich mit denen treffen möchte die sagen dann nicht Samstagabend ich hab Zeit sondern die sagen an du Jonas Ich weiß noch nicht, was ich machen soll.

00:53:13: Ich lass es mir in einem Schwierig-Schrichen offen und gucke, kommt was besseres rein?

00:53:17: Was will ich am Ende

00:53:18: machen?".

00:53:19: Und jetzt war ich so zwiegespaltet, weil ich so dachte auf der einen Seite haben wir Menschen die unbedingt unverplante Zeit brauchen, die wieder vielleicht mal ein Samstagnachmittag einfach frei lassen und mal gucken, was passiert.

00:53:29: Merke ich ja auch im Café.

00:53:30: wenn ich da genau getaktet bin lasse ich mich eben nicht aufs Gespräch mit Sitznachbarn ein.

00:53:35: Wenn ich Zeit habe mache ich das!

00:53:37: Aber wenn ich jetzt an die jungen Menschen denke, die eher so sich oft alles offen lassen und sich nicht festlegen wollen.

00:53:43: Wie siehst du das?

00:53:44: Wenn du so die Gesellschaft beobachtest?

00:53:46: Ja ja das ist tatsächlich sehr, sehr spannend Und ich meine ich weiß selber als ich junger war hatte Ich das ähnlich auch heute.

00:53:54: Wir haben uns doch vor Als wir uns in Hamburg getroffen haben Das war mega spontan und ich bin dann quasi nach meinem Spaziergang mit dem Hund hatte ich, du hast mich am Abend vorher.

00:54:08: Um dreiundzwanzig Uhr kontaktiert... Da hat er

00:54:10: schon geschlafen!

00:54:12: ...oder zwanzig oder dreißig Kontaktiert und hast gefragt ob wir am nächsten Tag uns treffen wollen?

00:54:17: Und eigentlich genau hätte ich dir geschrieben, nee, ich habe keine Zeit.

00:54:21: natürlich hab' ich keine Zeit.

00:54:22: wenn du einen Abend voran fragst sag mal was glaubst denn du?

00:54:26: aber ich habe meine manche Tage von mir eben wirklich so dass ich sie nicht verplant habe.

00:54:31: ja absichtlich Dann kann ich ja immer noch absagen.

00:54:34: Aber tatsächlich haben wir uns dann getroffen und ich fand das super, dass da für Zeit war.

00:54:39: Du hast dich auch gewundert du hast eigentlich gar nicht damit gerechnet.

00:54:42: Ich habe

00:54:42: gar nicht mit gerechnet und hab mich natürlich umso mehr gefreut und hab da dann auch nochmal festgestellt diese unverplante Zeit weil was wäre jetzt mit mir passiert wenn... Da sind wir wieder beim Teilen!

00:54:52: Wir haben in dem Moment die Zeit geteilt.

00:54:55: Deine Zeitangeboten hättest in dem Sinne, hätte ich irgendwo alleine in Hamburg gesessen und Mittag gegessen.

00:54:59: Und vielleicht nicht eine so schöne Zeit gehabt?

00:55:01: So eine intensive Zeit wie mit dir.

00:55:04: Da sieht man ja auch mal, wie wichtig wieder dieses Teilnis ist.

00:55:06: Also was würdest du sagen, das ist die Voraussetzung damit wir gut zuhören.

00:55:10: Was wären Voraussetzungen?

00:55:12: also unverplante Zeit nämlich.

00:55:13: mal an gibt es noch ein zwei andere Punkte wo du sagen würdest Das sind Voraossetzungen damit wir uns darauf einlassen können.

00:55:20: Ja, dieses Mantra von Casio Paya von der Schildkröte je langsamer das so schneller also auch wirklich diese Entschleunigung sich immer wieder dran zu erinnern.

00:55:29: Sich wirklich darauf einzulassen bedeutet ja auch nicht während man zuhört schon drüber nachzudenken was man als nächstes sagen will.

00:55:37: Also wirklich wie Beppo Straßenkehrer auch den Innenraum ein bisschen mal fegen.

00:55:44: also Nicht nur im Außen zu sagen Schritt Atemzug, Besenstrich sondern auch im Inneren.

00:55:51: Das heißt im Zen-Buddhismus muss man sagen der Lehre Raum geben ja weil diese Lehre ist ja dynamisch da entsteht immer was es gibt keine Es gibt kein nichts so gibt's auch keine Lehre in dem Sinne.

00:56:02: aber der Raum geben mehr.

00:56:04: und bei Momo was wir jetzt konkret von Momo noch lernen können die entwickelt im Laufe des Romans nämlich eine neue Fähigkeit Von dem Zuhören.

00:56:17: Am Anfang ist das die Superkraft.

00:56:20: Kommt sie irgendwann zu Meister Hora und da erlebt es ja die Zeit, den Wert der Zeit.

00:56:25: Und erst denkt sie, dass ist ein Duft, dann denkt sie das ist ein Wind weil beides kann man nicht sehen oder fassen.

00:56:33: und dann merkt ihr immer nein, das ist Musik.

00:56:35: Zeit ist eigentlich wie Musik!

00:56:37: Da kommen wir wirklich in die Mysterien vom alten Indien also altindische Philosophie, die ich schon vor vier-fünftausend Jahren festgestellt habe dass die Welt Klang ist.

00:56:48: Deswegen dieses heilige Ohm, dieser Ur-Klang der steht für sie eigentlich für den Motor des Universums.

00:56:54: Unser Universum besteht nicht nur aus Klang sondern er ist aus Klange entstanden und das ist tatsächlich konkurrent mit einigen neuen Theorien auch aus Naturwissenschaften.

00:57:03: man versteht heute auch in der Physik zeit teilweise jetzt etwas als Motor des Universums als Antrieb.

00:57:10: Also nicht jetzt etwas, das überhaupt erst entsteht unbedingt und feststehend ist objektive Zeit, dass es ständig fließt sondern das ist immer schon dabei und zwar als Motor das überhaupt etwas entsteht.

00:57:24: also das finde ich spannend.

00:57:26: und da kommen wir jetzt auch dann zur Musik und Momo dadurch dass sie so unglaublich gut zuhören kann Und sie möchte ihren Freunden unbedingt erzählen, was ihr erlebt habt.

00:57:37: Wollen wir alle?

00:57:38: Wir wollen verstanden werden und gehört werden.

00:57:40: Wir wollen auch mitteilen können, was uns so bewegt und was mit uns los ist.

00:57:46: Sie lernt am Ende zu singen.

00:57:48: Also sie lernt eine komplett neue Fähigkeit.

00:57:51: Sie entwickelt sich so weiter.

00:57:53: das hier am Ende.

00:57:54: Das ist bei dem Roman völlig unterbelichtet im Sinne von... ...das wurde bisher in der Diskussion Und auch in den Filmen eigentlich nie gezeigt, da wurde fast gar nicht geredet.

00:58:04: Dass Momo am Ende nicht nur eine gute Zugerange ist sondern dass sie Eine ganz neue Fähigkeit lernt nämlich sich auszudrücken In diesem fall halt künstlerisch aber kann man ja auf alles übertragen.

00:58:17: Sie fängt an zu singen und kann dadurch anderen vermitteln was sie Da in diesen nirgendhaus erlebt hat und wie sich die zeit anfühlt und Wie sie sich anhört.

00:58:27: beides kommt beides zusammen.

00:58:29: das kann sie plötzlich anderen ausdrücken und vermitteln.

00:58:32: Und das ist eine neue Fähigkeit, neuer Gabe etwas was uns glaube ich auch hilft wieder den Wert unserer Zeit zu erkennen.

00:58:40: und sofern könnten wir gegenseitig eigentlich Momo sein.

00:58:43: ja also jeder hat eine Momo in seinem Freundeskreis.

00:58:46: man kann auch selber eine Momo sein und eigentlich den anderen immer dabei unterstützen oder und dazu anstiften, was der Wert der Zeit eigentlich ist.

00:58:56: Das geht in jedem Gespräch, das geht bei jedem Zuhören, das wird bei jedem Zusammensein.

00:59:02: Ich möchte dich kurz zitieren, es ist ein bisschen länger aber vielleicht bringt das nochmal auf den Punkt was die Voraussetzung auch fürs gute Zuhören ist.

00:59:08: Jeder beansprucht für sich Einzigartigkeit, ist aber immer weniger dazu bereit diese Einzig-Artigkeit auch in anderen zu sehen.

00:59:15: alle suchen Bestätigung sind aber kaum noch bereit andere zu bestätigen.

00:59:20: dabei gehen nicht nur Empathie und das Verständnis miteinander verloren wir verlieren auch die Fähigkeit uns in Beziehungen zu verwirklichen also nicht nur die Bestätigung dieser Einsichtigkeit in sich zu suchen, zu finden sondern die vielleicht auch im anderen zu suchen und zu finden.

00:59:35: Und was würdest du sagen?

00:59:36: Was ist das Potenzial wenn wir wieder anfangen zuzuhören gut zuzühlen?

00:59:40: Was könnte da entstehen?

00:59:42: Das sieht man ja auch ein bisschen im Buch bei Momo.

00:59:45: Was wären so positive Folgen Wenn wir wieder gut zuhören könnten?

00:59:49: Ja

00:59:49: also das eine ist ja.

00:59:51: Wir haben gerade gesellschaftlich die Tendenz dass wir Empathie als Schwäche begreifen.

00:59:57: Das führt unter anderem oder ist ein Symptom der Gesellschaft, die man ja auch als Hyperindivalismus begreifen kann.

01:00:03: Das hat mit der Stelle zu tun, die du gerade vorgelesen hast dass wir in erster Linie unsere eigene Wahrheit sehen und unserer eigenen Meinungen und Betonen wie einzigartig wir sind.

01:00:11: Wir konkurrieren sogar darum wie emotional wir uns ausdrücken und wie unverwechselbar unser Einzigartigkeit ist.

01:00:19: und dabei geht aber verloren das es ja nur in Beziehung geht und gemeinsam.

01:00:23: Und ich glaube, da können wir wieder mehr lernen und das würde auch wieder den Wert der Lebenszeit für alle verbessern und uns mehr Raum für diese Zeit geben.

01:00:33: Wenn wir wiedermehr darauf achten, die Fähigkeit zu haben, andere Strahlen zu lassen zum Beispiel.

01:00:39: Ich finde es wunderbar, andere strahlenzulassen ihnen in Raum auch zu geben sich darüber zu freuen wenn neben einem auch jemand strahlt.

01:00:48: Genau!

01:00:48: Den Scheinwerfer nicht nur auf sich selbst beziehen möchte, sondern sagt hey nehmen mir scheint jetzt auch jemand und ich genieße das und gönnels vom ganzen herzen weil eben dadurch diese empathie entsteht.

01:01:00: Diese menschlichkeit wieder miteinander nicht sagt Ich muss den ganzen raumeinnehmen.

01:01:04: auf mich muss der scheinwerfer genau

01:01:06: und dieser druck der ja dann auch weg fällt und überhaupt dass ermöglicht es erst.

01:01:10: und da spielt auch das freie spiel eine große rolle.

01:01:13: also das spielen der spielerische umgang das heißt die eigene einzigartigkeit nicht so ernst nehmen.

01:01:20: Und deswegen auch kann man mit der anderen Einzigartigkeit viel schöner umgehen, wenn man sich da spielerisch nähert.

01:01:27: Dann bedeutet das eben auch dass man vielleicht anderen diese Einzig-Artigkeit, die sie selber haben überhaupt erst... Dass man sie erst erfahrbar werden lässt!

01:01:39: Also im Grunde geht es ja oft erst in Gemeinsamkeit.

01:01:43: Ich kann mir selbst soviel geben und sagen wie ich will dass es aber die wahre einzigartigkeit kommt häufig erst mit anderen eben zum vorschein.

01:01:54: Ich versuche jetzt ganz elegant als guter podcast host eine brücke zum anfangen weil wir sind nämlich jetzt am ende ja ganz am anfangen haben wir ja durch diskutiert was ist eigentlich zeit wie fühlt sich zeit an?

01:02:06: da haben wir festgehalten Es ist zwar was Quantitatives in einer Uhr, aber irgendwie fühlte sich auch subjektiv manchmal anders an.

01:02:13: Wir erleben Zeit anders und jetzt ist ja so die Frage am Ende wie können wir eine andere Perspektive auf Zeit haben?

01:02:19: Und da hat ja Momo einen ganz tollen Satz beziehungsweise zwei Sätze gesagt und vielleicht können wir das auch miterleben und du kannst nochmal erklären was es genau bedeutet.

01:02:27: denn sie sagt Die Zeit existiert nicht in den Uhren Sie existiert in Herzen.

01:02:34: Was bedeutet, wenn wir eine Zeit wieder mit dem Herzen wahrnehmen und nicht eben über ne Uhr, über ein Handy oder so.

01:02:40: Mit dem Herzend was bedeutet das für einen Alltag?

01:02:42: Wie fühlt sich das an, wenn man auf einmal wieder mit den Herzen ne Zeit beobachtet?

01:02:47: Ja genau!

01:02:49: Das ist jetzt ne Stelle die manche vielleicht als etwas kitschig geschrieben werden.

01:02:54: ja Gibt's ja auch im kleinen

01:02:55: Prinzen?

01:02:55: Ja, paar Kitschige seiten an.

01:02:57: Es tut mir leid aber ich fand es so schön auf den Punkt.

01:03:00: Ich

01:03:00: finde das super!

01:03:01: Ich hab' das ja sogar als Anspruch in meinem Buch... Insofern man muss Menschen auch ihre Meinung lassen.

01:03:07: Ihre einzige Artigkeit ist dann super.

01:03:09: Sollen sie doch reden.

01:03:11: Das gibt´s ja auch einen kleinen Prinzchen zum Beispiel wie da mit dem Herzen wahrnehmen lernen und das ist tatsächlich etwas.

01:03:17: was bedeutet erstmal dass man sich selbst zb weniger verurteilt.

01:03:24: dann werden nämlich die eigenen Stimmen, die eigenen Richter erst mal leise.

01:03:28: Das heißt man verurteilt sich selbst weniger aber dadurch auch andere.

01:03:32: Also sich selbst nicht zu verurteilten wenn ich Zeit verschwendet habe oder in welcher Hinsicht?

01:03:37: Oder auf alles bezogen...

01:03:39: Erstmal grundsätzlich mit welche Haltung gehe ich denn durchs Leben mehr?

01:03:41: mich nicht überall korrigieren zu müssen kontrollieren zu mussten optimieren zu müssten das sind ja ehrlich dass meine ich gerade mit sich selbst nichts zu verorteilen.

01:03:48: überall wo ich mich optimiere, wo ich sage hier muss ich mich noch ein bisschen verbessern steigern und so.

01:03:55: Das ist wichtig auch um durchs Leben zu kommen gleichzeitig das auch mal sein zu lassen.

01:04:01: Das heißt diese ganzen Korrekturen und dieses ganze kontrollierende Verhalten mit sich selbst mal seinzulassen dann steckt es einfach schon drin.

01:04:09: einfach da sein können und sich genug sich genug sein können.

01:04:13: dass aber mit anderen zu teilen ... auf

01:04:16: das Herd zu hören, nicht auf die Uhr zu gucken.

01:04:19: Wann muss ich heute Abend schlafen gehen und wie ist der Schlaf perfekt?

01:04:22: Sondern drauf zu hören will ich jetzt mit Mjörg vielleicht noch eine Stunde länger sprechen... Und hab dadurch in Anfisch riechend einen schlechteren Schlaf weil ich erst viel später ins Bett gehe.

01:04:31: aber dadurch eben so ne tolle Zeit die mich langfristig natürlich viel mehr weiterbringt als dieser ein

01:04:36: Erfüllt!

01:04:37: Das ist ja etwas genau was du weiter in deinem Leben mitnehmen wirst, was dich erfüllt Und der Blaise Pascalz, ein toller Französer Philosoph, hat das mal so ausgedrückt.

01:04:46: Das Herz hat seine Gründe die der Verstand nicht versteht und das bedeutet einfach es ist eine andere Ebene.

01:04:55: Herzenverstand oder Herz auch und Bauch sind miteinander verbunden, Herz und Kopf.

01:05:00: aber das große Ideal dahinter ist eigentlich dass wir Herz, Sinne und Kopf miteinander verbinden und dann kann das Herz als bündelglied und eben nicht das Gehirn, sondern das Herz führen.

01:05:15: Und das Herz führen lassen bedeutet dann wirklich eben nicht alles zu rationalisieren, zu kategorisieren und einzuteilen auch was die Zeit angeht, sondern dieses freie Spiel zuzulassen, auch die Schönheit zu sehen.

01:05:30: Schönheit lässt sich nicht messen.

01:05:31: man kann Symmetrie messen, man kann Attraktivität messen aber Schönheit nicht.

01:05:36: und es ist zu öffnen für die Schönheid eines Moments oder auch für die schönheit einer Situation eines Menschen.

01:05:42: eine Begegnung von mir ist auch eines Gedankens ja so einfach der auch ist.

01:05:49: das ist eigentlich letztlich dass was mit dem Herzen wahrnehmen bedeutet und das kann man auch in totalitären Zeiten Das ist nicht an die Umstände gebunden.

01:05:57: Und ich glaube, das ist etwas was vielen Menschen Hoffnung gibt und warum auch Momo eine Friedensikone ist, die Zuversicht schenkt.

01:06:08: Das heißt statt Zeit ist Geld, Zeit ist Leben zu verstehen!

01:06:12: Das ist ein ganz modernes und aktualisiertes Momentumori.

01:06:17: Früher hat man ja gesagt, Bedenke dass du sterblich bist das haben die Römer gesagt es kam auch schon aus dem alten Griechenland.

01:06:23: aber Bedenken dass dusterblich bist also sich die eigene Endlichkeit vorstellen Und Zeit ist.

01:06:28: Leben erinnert uns daran eigentlich dass jeder moment unermesslich kostbar ist und sich daran zu erinnern und das mit anderen zu teilen Das ist eigentlich ja, das was das Memento Mori eigentlich dann erst vollständig macht oder ganzheitlich.

01:06:45: Du warst jetzt schon zweimal zu Gast, deswegen weißt du wie die Abschlussfrage ist.

01:06:50: Ich glaube ich hast es schon wieder

01:06:51: vergessen!

01:06:52: Ich habe auch die Zeit vergessen.

01:06:54: Wir müssen nicht mehr machen sondern es anders machen.

01:06:56: das ist ja das Motto.

01:06:58: was würdest du jetzt mit Bezug auf Zeit?

01:07:00: Was würdest Du dir wünschen?

01:07:01: Stell dir vor du kannst auf einen Knopf druck eine Nachricht an alle Menschen in Deutschland schicken.

01:07:06: und was würdest du in dieser Nachricht von den Menschen wünscht was wir vielleicht heute morgen anders machen sollten können dürfen?

01:07:14: Gibt es da noch so eine Sache, die du dir wünschen würdest?

01:07:17: Entweder als Zusammenfassung des Gespräches oder vielleicht gibt's einen ganz anderen Punkt den wir heute noch gar nicht besprochen haben.

01:07:23: Ja also ein letztes fällt mir noch ein wenn ich so eine Nachricht an alle Menschen schicken könnte und die würde ich natürlich mit dem Herzen schicken das heißt sprachlich wird sich das ein bisschen anders anhören als das was ich jetzt sage aber das wäre diese Botschaft in der Erinnerung dass Das Leben dann am schönsten ist, wenn man die Zeit und sich selbst vergisst.

01:07:49: Für mich gehört das zusammen oder sein Ich vergisst!

01:07:55: Und sich vielleicht morgens zu erinnern schon heute möchte ich wieder einen Moment haben in dem ich die Zeit vergesse indem ich mich selbst vergesso.

01:08:05: In welchem Moment es auch immer entsteht und vielleicht schon ein bisschen darauf einzustellen dass das bei der Arbeit passieren kann auch gerne bei einem Tee, den ich trinke oder beim Spazieren gehen.

01:08:17: Aber irgendwo im Tag zu sagen und jetzt lasse ich mal alles beiseite und vergesse die Zeit und vergerse mich.

01:08:25: Das glaube ich wäre etwas was ... Die Lebensqualität und damit vor allen Dingen auch die Zeitqualität enorm verbessern würde.

01:08:36: Finde ich mega gut als Abschluss!

01:08:38: Weil ich selbst mich reflektiere und ich bin auch ganz ehrlich, Jörg.

01:08:41: Weil... Ich aufdurch den Tag hier und sage Jonas du hast jetzt eine Stunde Zeit für das Buch lesen als... ...ich hab's jetzt nicht in einer Stunde gelesen nur jetzt ne?

01:08:49: Ich übertreibe...

01:08:49: Boah es wird jetzt ein Pokal bekommen!

01:08:52: Aber.. Ich habe jetzt nur eine halbe Stunde Zeit die Mittagspause.

01:08:55: Ich habe nun nur zwanzig Minuten für den Spaziergang um dem Blog weil eben schon so viel im Tag ist das vielleicht auch mitzunehmen, wenn wir Tage planen.

01:09:03: Dass wir sagen hey, wir nehmen mal vielleicht uns zwei Stunden für etwas Zeit weil wir nicht zwei Stunden brauchen.

01:09:08: aber dann kann ich eben diesen Gedanken auch mitnehmen und sagen Hey!

01:09:11: Ich vergesse jetzt mal kurz die Zeit.

01:09:13: Ich sitze hier im Café und es ist egal was gleich kommt.

01:09:15: weil um die Zeit zu vergessen muss man auch so ehrlich sein brauchen wir natürlich auch die Voraussetzungen dafür.

01:09:22: also in deinem Buch geht es ja auch ein bisschen noch um Zeitungleichheit dass natürlich auch Zeit nicht ganz fair verteilt ist.

01:09:28: Also manche Menschen... Ja,

01:09:29: Zeitarmut Zeitreichtum.

01:09:30: Genau, manche können sich Zeit erkaufen.

01:09:34: also indem sie zum Beispiel das Taxi nehmen und nicht auf den ÖPNV angewiesen sind sparen Sie sich Zeit.

01:09:39: also ob ich mit dem ICE von Hamburg nach Köln fau oder mit dem Regionalexpress macht ein Unterschied.

01:09:44: die gewonnene Zeit kann ich eben dann für andere Sachen nutzen.

01:09:47: Also da muss man ja auch ehrlich sein.

01:09:49: aber ich finde trotzdem diesen Gedanken mitzunehmen.

01:09:53: Wo gibt es vielleicht Momente, wo ich ob's beim Sport ist?

01:09:56: Ob das eben bei der Familie ist oder auf der Arbeit?

01:09:59: Wo kann ich mal kurz die Zeit vergessen?

01:10:01: oder beim Frühstück weil ich mich so sehr auf etwas einlasse dass jetzt gerade nicht wichtig ist, ob es fünf Minuten sind zehn minuten sind oder eine fünfe Stunde genau.

01:10:09: Sie müssen auch nicht zwei stunden sein Das geht auch in zwanzig minuten oder weniger.

01:10:13: also das ist vielleicht das geheimnis Dass es dann auch nicht mehr auf die zeit ankommt.

01:10:19: Schöne Abschluss Jörg, wir könnten noch über so viel reden.

01:10:22: Ich habe dir gesagt ich hatte zehn Seiten für dich vorbereitet.

01:10:25: Ja die will

01:10:25: ich noch sehen, die möchte ich lesen.

01:10:27: Musste sehr reduzieren!

01:10:28: Ich hoffe liebe Zuhörer und lieber Zuhärinnen ihr konntet aus diesem philosophischen gesellschaftlichen Gespräch etwas für euch persönlich mitnehmen.

01:10:36: lasst es mal gerne in den Kommentaren wissen was ihr vielleicht jetzt anders über Zeit denkt oder was ihr im Alltag ändern würdet.

01:10:43: Jetzt am Ende natürlich die Empfehlungen.

01:10:45: also dein neues Buch du kannst auch gern in die Kamera halten ist jetzt draußen Zeit, es leben wie Momo die Welt sieht.

01:10:53: Ich hab's wie gesagt gelesen.

01:10:55: für alle Momo-Liebhaber kann ich sehr empfehlen, die die vielleicht Momo noch gar nicht kannten ihr müsst nicht unbedingt das Buch vorher gelesen haben sondern ihr werdet.

01:11:03: durch das Buch vom Jörg werdet ihr in die Geschichte von Momo reingezogen?

01:11:08: Autonom, unabhängig.

01:11:10: Aber gehört zusammen natürlich.

01:11:11: Wer

01:11:11: aber möchte?

01:11:12: Es gibt noch die Originalausgabe kann man glaube ich noch käuflich auch erwerben.

01:11:16: also wer Momo mal lesen möchte.

01:11:18: Eine

01:11:19: wunderschöne auch blaue Ausgabe gibt es auch.

01:11:20: ein paar Sterne drauf

01:11:22: Kann ich sehr empfehlen, beim Netflix-Film sind wir glaube ich ein bisschen unterschiedlicher Meinung.

01:11:27: Ich finde man kann ihn trotzdem gucken gerade auch mit Kindern.

01:11:29: Ich empfehle es gerade im Freundeskreis.

01:11:31: Ja für Kinder unbedingt super ab sechs Jahren!

01:11:34: Ab sechs Jahren sogar.

01:11:36: und wer mehr über Jörg erfahren möchte du hast hunderte Bücher geschrieben?

01:11:41: Du philosophierst sehr viel Jörgg Bernadie wenn man mehr deiner Stimme deiner Worte lauschen möchte.

01:11:47: Ich danke dir für deine Zeit.

01:11:51: dass es jetzt Zeit wurde, das wir ein drittes Mal in diesem Podcast sprechen.

01:11:54: Freut mich sehr!

01:11:56: Insofern Zeit ist Leben und Zeit ist manchmal auch gemeinsames Sprechen – und das ist mit dir immer besonders schön.

01:12:02: Danke

01:12:06: dir!

Über diesen Podcast

Warum fühlen sich viele Menschen trotz Fortschritt, Wohlstand und unzähliger Möglichkeiten erschöpft, gestresst oder orientierungslos? Im Podcast Rebellisch Gesund spricht Moderator Jonas Höhn alle 14 Tage Mittwochs mit führenden Stimmen aus Wissenschaft, Psychologie, Medizin, Soziologie, Neurowissenschaften und Wirtschaft über genau diese Frage.

Zu den Gästen zählen unter anderem Leon Windscheid, Ranga Yogeshwar, Maja Göpel, Hartmut Rosa oder Friedemann Schulz von Thun. Gemeinsam erkunden sie, welche Faktoren unsere mentale, körperliche und soziale Gesundheit prägen – und wie gelingendes Leben und besseres Arbeiten möglich werden.

Der Podcast verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit persönlichen Erfahrungen und übersetzt komplexe Forschung verständlich in den Alltag. Der Titel „Rebellisch Gesund“ steht für einen Perspektivwechsel: Statt schneller Selbstoptimierungs-Hacks hinterfragt der Podcast verbreitete Narrative über Erfolg, Leistung und Gesundheit.

von und mit Jonas Höhn | Autor & Gründer detoxRebels

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